Wissenschaft & Homöopathie
Homöopathie und Wissenschaft
Heilen mit dem Nichts?
Yvonne Beutelrock ist Heilpraktikerin und die 1. Vorsitzende des Vereins für Homöopathie und Gesundheitspflege Ulm/ Neu-Ulm e.V. Sie zeigt in ihrer Betrachtung, dass Homöopathie wirkt und sich wissenschaftlich belegen lässt.
Kann etwas nur wirken, wenn man versteht, warum es wirkt? Viele Menschen nutzen homöopathische Arzneimittel, weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. Trotzdem wird der Homöopathie häufig Unwirksamkeit unterstellt und Unwissenschaftlichkeit nachgesagt. Heilpraktikerin Yvonne Beutelrock - 1. Vorsitzende des Vereins für Homöopathie und Gesundheitspflege Ulm/ Neu-Ulm e.V. - zeigt in ihrer Betrachtung, dass Homöopathie wirkt und sich wissenschaftlich belegen lässt.
yb. „Das ist ja, wie wenn man ein Glas Wasser in den Bodensee kippt…“, so die Kritiker der Homöopathie.
Nun, so ganz unrecht haben sie nicht. Die sogenannte avogadrosche Zahl ist bei homöopathischen Arzneimitteln schnell erreicht. Das heißt, im Labor ist die Ausgangssubstanz (beispielsweise Arnika) aufgrund der immer wiederkehrenden Verdünnung nicht mehr nachweisbar.
Trotzdem haben diese Arzneimittel eine Wirkung, so die Homöopathen.
Oder gerade deshalb?
Man verdünnt nämlich die Ausgangssubstanz nicht nur schrittweise mit Alkohol und Wasser, mit der Trägersubstanz. Hinzu kommt der Vorgang der "Potenzierung".
yb. In der Homöopathie verdünnt man die Ausgangssubstanz nicht nur schrittweise mit Alkohol und Wasser, mit der Trägersubstanz. Vielmehr wird bei jedem Verdünnungsschritt durch die mechanische Potenzierung - das "Verschütteln" - die Arzneikraft aus der Substanz freigesetzt und geht in die Trägersubstanz über.
Das heißt, je häufiger verdünnt UND verschüttelt wurde, desto höher die Arzneikraft, Potenz genannt.
Wirksamkeit
Wie lässt sich das aber beweisen?
Patienten und homöopathisch arbeitende Ärzte und Heilpraktiker berichten von unzähligen Heilungen und Verbesserungen der Gesundheit bei Mensch und Tier.
Es gibt eine große Sammlung von Kasuistiken (Patientenfälle), die dies belegen.
Die Skeptiker erklären dieses Phänomen ganz einfach mit dem Placebo Effekt.
Die erste wissenschaftliche Arbeit
Aber gibt es denn keine Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie?
Doch, die gibt es!
Der erste wissenschaftliche Versuch 1790:
Dr. med. Samuel Hahnemann, hatte, nachdem er eine Abhandlung eines Kollegen über die Behandlung von Malaria mit Chinarinde gelesen hatte, starke Zweifel und unternahm deshalb einen Eigenversuch.
Er hatte Chinarinde in pulverisierter Form eingenommen und nach einiger Zeit entwickelte er die Symptomatik der Malaria.
Nachdem die Substanz ausgewirkt hatte und die Symptome von selbst wieder verschwunden waren, wiederholte er diesen Versuch mehrmals und erzielte stets das gleiche Resultat. Das Ergebnis war also reproduzierbar und hatte Hahnemann zum Nachdenken gebracht.
Das Ähnlichkeitsprinzip
Er folgerte:
Wenn eine Substanz in der Lage ist, bei einem Gesunden Symptome zu erzeugen und im umgekehrten Fall die gleichen Symptome eines Erkrankten zu heilen, dann wird "Gleiches mit Gleichem" geheilt.
Hahnemann hatte also ein Naturgesetz, das Ähnlichkeitsprinzip entdeckt.
Der Chinarindenversuch als wissenschaftliches Experiment war die Geburtsstunde der Homöopathie.
Ist nicht genau dies die Vorgehensweise der Wissenschaft? Ausprobieren, prüfen, ob das Ergebnis reproduzierbar ist, dokumentieren, weiter forschen …
Hahnemann hat weitergeforscht, indem er viele weitere Substanzen aus der Pflanzenwelt, den Mineralien und dem Tierreich im Selbstversuch geprüft hat.
In diesen so genannten „Arzneimittelprüfungen“ entstanden und entstehen bis heute die homöopathischen Arzneimittelbilder.
Nun begann Hahnemann seine homöopathischen Arzneimittel anzuwenden und behandelte Kranke.
Auch dies ist eine absolut wissenschaftliche Art zu arbeiten!
Die Potenzierung
Irgendwann aber stand er vor dem Problem der Dosierung.
Da er nämlich auch mit giftigen Substanzen gearbeitet hatte (z.B. Belladonna, die Tollkirsche oder Arsen, Quecksilber usw.), wollte er seine Patienten natürlich nicht vergiften. War die Dosis aber zu schwach, dann hat sie nicht gewirkt.
So kam Hahnemann auf die geniale Idee der Dynamisierung. Er verdünnte die Substanz und verschüttelte diese und wiederholte diesen Vorgang immer und immer wieder.
Das Ergebnis dieser Potenzierung war eine hochwirksame, nichtstoffliche also energetische Arznei, die ihre Heilkraft direkt auf die Lebenskraft auswirkt.
Das war Wissenschaft damals….
Und heute?
Homöopathie und Wissenschaft heute
Die Homöopathie war von jeher beliebt und umstritten gleichermaßen, und das ist bis heute so.
Auf den Ebenen der ärztlichen und wissenschaftlichen Medizin-Untersuchungen wird die klinische Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen festgestellt.
Klinische Studien und Grundlagenforschung
Die WissHom (Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie) hat es sich zu Aufgabe gemacht, klinische Studien und wissenschaftliche Grundlagenforschung in der Homöopathie zu betreiben und zu veröffentlichen.
Auf ihrer Webseite www.wisshom.de ist eine aktuelle Übersicht zur Homöopathie-Forschung für jedermann zugänglich zu finden.
Die Studie einer Krankenkasse
In einer groß angelegten Studie hat die SECURVITA die Gesundheitsdaten von 15.700 ihrer Versicherten, die homöopathisch behandelt wurden, verglichen mit einer entsprechend großen Kontrollgruppe, die nicht homöopathisch behandelt wurden.
Die Auswertung erfolgte durch ein anerkanntes Institut für Gesundheitsökonomie in Leipzig.
Die Studie ergab, dass die Gruppe der Homöopathie-Nutzer weniger Kosten schaffende Leistungen brauchte - weniger Krankenhausaufenthalte, weniger Arzneimittel, weniger Krankentage - als die konventionell behandelte Vergleichsgruppe. Bei den Erwachsenen ging beispielsweise die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Depressionen in der dreijährigen homöopathischen Behandlung um 10% zurück. Im Vergleich dazu stiegen diese Erkrankungen bei den nur konventionell Behandelten um fast 33%. Die Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitstage verlief ähnlich. Durch die homöopathische Behandlung konnte ihre Zahl um knapp 17% reduziert werden, während sie sich bei der Vergleichsgruppe um über 17% erhöhte.
Die SECURVITA-Studie hat also die Wirksamkeit UND die Wirtschaftlichkeit der Homöopathie nachgewiesen. Das sind zwei Argumente auf einen Streich.
Nachzulesen ist die Studie im gedruckten Mitgliederheft der SECURVITA 3/2026 und online auf www.securvita.de.
Aude sapere - Wage es, weise zu sein
Seien Sie neugierig!
Forschen Sie nach! Lesen Sie die wissenschaftlichen Arbeiten! Probieren Sie die Homöopathie aus!
Der Verein für Homöopathie und Gesundheitspflege Ulm/ Neu-Ulm e. V. lädt Sie herzlich zu seinen Veranstaltungen ein!Seit 1903 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Homöopathie zu bewahren und dieses wertvolle Wissen in die Welt hinaus zu tragen!